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16.03.2018SyngeniusDigital Payment

PSD2 – Zeitenwende für Kunden und Banken

PSD & Euro

Der Ablauf von Bankgeschäften hat sich für den Kunden in den letzten Jahrzehnten nur unwesentlich geändert. Sicher, heute wird die Bankfiliale und der Kontoauszugsdrucker immer seltener aufgesucht und Gutschriften erfolgen innerhalb eines Tages. Die Digitalisierung hat also auch ihren Einzug ins Bankgeschäft gefunden. Mit der Umsetzung der PSD2 in nationales Recht jedoch, ergeben sich gleich eine ganze Reihe von Neuerungen, die das Potential haben, das Banking-Geschäft zu revolutionieren – und zwar für Kunden und für Banken.   

Die Payment Service Directive 2 (PSD2), in Kraft seit 13.01.2018, reguliert den Zahlungsdienstmarkt zu weiten Teilen neu, stärkt die Rechte des Verbrauchers und zielt auf eine höhere Sicherheit im elektronischen Zahlungsverkehr ab. Zu den wesentlichen Neuerungen zählen etwa das Verbot auf die Erhebung von Entgelten auf bestimmte Zahlungsarten. Zukünftig müssen alle angebotenen Zahlungsarten kostenlos offeriert werden. Darüber hinaus definiert die PSD2, dass alle elektronischen Transaktionen vom Kontoinhaber mit einer starken Kundenauthentifizierung (2FA) freigegeben werden müssen. 

Sicherheit durch starke Kundenauthentifizierung 

Die starke Kundenauthentifizierung (2FA) setzt sich immer aus zwei Faktoren von drei Faktoren zusammen. Dabei werden drei Kategorien an Faktoren unterschieden. Wissen, wie etwa ein Passwort oder eine PIN, Besitz, wie etwa eine Mobilfunknummer oder eine mit dem Smartphone verknüpfte App und Inhärenz, das ein biometrisches Merkmal darstellt, wie einen Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Für Bankkunden wird die Freigabe von Transaktionen damit nicht nur sicherer, sondern auch aufwendiger. Deshalb gibt es gleich eine ganze Reihe von Ausnahmen, die es den Banken erlauben auf 2FA zu verzichten. Dazu zählen etwa Transaktionen von Kleinstbeträgen bis 30€, sofern seit der letzten 2FA nicht bereits fünf Transaktionen ohne 2FA durchgeführt wurden und der kumulierte Betrag dieser Zahlungen nicht 150€ übersteigt. Eine ähnliche Regelung gibt es für kontaktlose Zahlungen am Point of Sale. Gänzlich befreit sind Zahlungen an sich selbst, sofern sich beide Konten bei der gleichen Bank befinden. Diese Ausnahmen sind in den Regulatory Technical Standards, kurz RTS, definiert. Um die RTS wurde bis zuletzt hart gerungen. Heute, so scheint es, liegt eine finale Fassung vor, mit deren Veröffentlichung im europäischen Amtsblatt in den kommenden Wochen gerechnet wird. Ab dann beginnt die 18-monatige Übergangsfrist, in der Banken Zeit haben, die RTS umzusetzen, bevor die RTS verpflichtend eingehalten werden müssen. 

Zahlungsdienste werden reguliert 

In den letzten Jahren haben sich verstärkt dritte Zahlungsdienstleister im Markt etabliert. Ihr Service wird als weitere Zahlungsart, beispielsweise auf Online-Shopping-Portalen, angeboten und umfasst die Auslösung und Durchführung von Zahlungen. Der Zahlungsauslösedienst greift also auf das Bankkonto des Kunden zu, um dort eine Zahlung auszulösen. Dazu muss der Kontoinhaber seine Online-Zugangsdaten für das Bankkonto dem Zahlungsdienst mitteilen. Dieses Vorgehen ist laut AGBs der Banken jedoch nicht erlaubt. Trotzdem erfreuten sich diese Zahlungsdienste immer größerer Beliebtheit, sodass die Notwendigkeit zur Regulierung immer offensichtlicher wurde. 

Neue Geschäftsmodelle etablieren sich

Neben dem Zahlungsauslösedienst gibt es mit dem Kontoinformationsdienst einen weiteren wesentlichen Service der reguliert wird. Diese Dienstleister ermöglichen die Anzeige aller Konten in einer App und bieten zusätzlich eine umfangreiche Datenanalyse an. Aggregierte Kontostände und Saldenbildung nach Kategorien sind da nur die denkbar einfachsten Features. 

Hoher Aufwand für Banken 

Um all diese Services anbieten zu können, verpflichtet die PSD2 Banken, ihre Online-Konten Dritten gegenüber zu öffnen. Für Banken bedeutet das, dass Schnittstellen für diese Dienstleister bereitgestellt werden müssen. Diese Schnittstellen zu implementieren und zu entwickeln kostet Zeit und Geld, sodass auf den ersten Blick die PSD2 negative Auswirkungen auf Banken zu haben scheint. Doch es gibt auch Chancen. So werden Kunden gewohnheitsgemäß immer auf das gleiche Online-Banking zugreifen, wenn sie sich dort alle Konten, auch die von anderen Finanzinstituten, anzeigen lassen können. Denn hier kennen sie sich aus und wissen die neuen Angebote zu nutzen. Für Banken ist es also durchaus ratsam, ein durchdachtes Design für das Online-Banking anzubieten. Denn damit könnten konkurrierende kontoführende Finanzinstitute an Marktpräsenz verlieren und fast zu reinen Kontoverwaltern degradiert werden, während die Bank mit einem umfassenden und nutzerfreundlichen Online-Banking zur täglichen Anlaufstelle für ihre Kunden wird. 


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