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04.05.2018SyngeniusDigital Payment

Bericht vom EHI Kartenkongress 24.-25.04.2018

EHI Kartenkongress 2018

Mit über 700 Teilnehmern und zahlreichen Ausstellern ist der EHI Kartenkongress eines der jährlichen Highlights rund um die verschiedenen Online- und Mobile Payment Lösungen im Handel. Die Konferenz 2018 fand wieder im Plenarsaal des ehemaligen Deutschen Bundestags in Bonn statt.

Beherrschende Themen waren das

  • kontaktlose Bezahlen,
  • Instant Payment
  • die rasante Entwicklung in China und
  • die Verknüpfung vom stationären und Online Payment im Handel. 

Kontaktloses Bezahlen

Sowohl der Handel als auch die deutsche Kreditwirtschaft sind davon überzeugt, dass sich das kontaktlose Bezahlen durchsetzen wird. Die girocard kontaktlos wird als entscheidender Impulsgeber gesehen. Die Vorteile aus Sicht des Handels sind  ein einfaches, schnelles und kostengünstiges Verfahren:

  • Tap & Go bis 25,- € ohne PIN
  • Alternative für Kleinstbeträge
  • Bezahlvorgang beträgt nur ca. 10 sec.
  • Coolness Faktor für den Kunden
  • weniger Bargeldbestände für den Handel

Ca. 36 % aller rund 100 Mio. girocards sind bereits heute auf kontaktlos umgestellt. Der Wunsch der Handelsbranche an die Banken ist, dass auch der restliche Bestand so schnell wie möglich migriert wird.

Die Deutsche Kreditwirtschaft hat ihrerseits betont, dass gircocard kontaktlos die neue Strategie ist und auch als Basis für das mobile Bezahlen gesehen wird.

Instant Payment  

Der Handel hat die Vorteile für sich erkannt. Instant Payment soll nicht nur im Online-Banking verfügbar sein, sondern auch im Handel an der Kasse, im Internet und als App auf dem Smartphone. Da sogenannte Schemes keine Rolle spielen, ist es für den Handel eine kostengünstige Paymentlösung. Hinzukommt, dass die Verrechnung unmittelbar erfolgt und somit das Geld auch unmittelbar zur Verfügung steht. Es sind also keine Zahlungsgarantien mehr durch Banken erforderlich.

Noch wurden aber aus Verbrauchersicht keine entscheidenden Use Cases am Horizont gesichtet. Die überwältigende Mehrheit der Verbraucher findet ein Zahlungsverfahren in Echtzeit zwar nützlich, einen dringenden Bedarf sehen viele allerdings noch nicht. Es scheint, als ob im Großen und Ganzen private Bankkunden mit der Geschwindigkeit der derzeit gängigen Zahlungsverfahren wie Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen zufrieden sind.

Während einer Podiumsdiskussion gab es den Hinweis eines Teilnehmers, dass man auf der Suche nach Use Cases nicht die Karte (girocard, Kreditkarte, …) alleine im Blick haben darf. Vielmehr muss es darum gehen, dass Bargeld zu ersetzen. Die Zahlung per Bargeld erfolgt ja auch in Echtzeit.

Der Bezahlvorgang muss einfach und sicher sein. Der Kunde will keine 15 Schritte machen, um etwas einzukaufen. Und es wurde hervorgehoben, dass alle Beteiligten in Marktlösungen denken müssen und nicht in technischen Lösungen! Technische Lösungen stehen aber viel zu schnell im Vordergrund der Betrachtungen.

Mobiles Bezahlen in China

Höchst interessant ist der Blick über den europäischen Tellerrand auf die rasante Entwicklung in China. Die chinesischen Internetkonzerne Tencent (WeChat Pay) und Alibaba (Alipay) sind dank mobiler Technik in wenigen Jahren zur dominanten Kraft der Zahlungsabwicklung in Chinas Metropolen aufgestiegen.

Während viele Kunden z. B. in den USA oder Europa noch Karten (wie Kreditkarten oder girocard) nutzen, hat insbesondere die jüngere Hälfte der Chinesen diese Technologie übersprungen und ist vom Bargeld direkt auf Smartphones umgestiegen. Die Folgen: Der chinesische Markt ist der größte der Welt und die Anbieter Tencent und Alibaba haben bereits über 1 Mrd. chinesische Nutzer.

  • Alipay ist Zahlungsdienstleister der Alibaba Gruppe und wurde 2004 als Internetbezahlservice gegründet. Die Mobile App ist seit 2009 auf dem Markt und seit 2017 auch an ausgewählten deutschen POS für chinesische Kunde verfügbar. Der Marktanteil beträgt 39,5 %.
  • WeChat ist eine von Tencent betriebene soziale Plattform. Die Plattform kombiniert verschiedene von Facebook und WhatsApp bekannte Funktionalitäten. Integriert ist die digitale Geldbörse WeChat Pay, mit der die Kunden in verschiedensten Situationen bezahlen können. Der Marktanteil beträgt 16,6 %.

Erfolgsfaktoren von Alipay und WeChat Pay sind:

  • schnelles Erreichen der kritischen Masse auf Kunden- und Händlerseite
  • Vertrauen der Kunden
  • „schwächerer“ Datenschutz kommt dem Geschäftsmodell entgegen
  • geringe Investitionskosten für die Händler
  • Mehrwert für Kunden durch digitale Ökosysteme mit bequemen Bezahlen und added values.

Omnichannel-Entwicklung im Handel

Grenzen zwischen Online Shop und (stationärem) Store werden abgebaut. Dies wurde anhand der Präsentationen der Unternehmen s.Oliver und Foto Erhardt deutlich.

Es wächst zusammen, was zusammen gehört. Stationär, online und mobile werden nicht mehr als „Kanal“ wahrgenommen. Vielmehr verschmelzen die Einkaufsprozesse (Information, Mehrwerte, Checkout, Payment, Retouren, …) komplett.

  • Im Multichannel gibt es mehrere Kanäle, die keine Verbindung aufweisen (touchpoint centricity).
  • Die unterschiedlichen Kanäle sind im Crosschannel miteinander verbunden.
  • Im Omnichannel sind hingegen die Kanäle unsichtbar. Es gibt einen nahtlosen Übergang. Der Kunde steht im Mittelpunkt (customer centricity). Alle Kanäle müssen durchgängig miteinander verknüpft werden. Der Kunde kann z.B. online bestellen und im Store ausprobieren. Eine Ware kann per Post oder in der Filiale zurückgegeben werden. Die Einkaufsmöglichkeiten sind kundenfreundlich gestaltet dank flexibler Liefer- und Abhol-Optionen.

s.Oliver und Foto Erhard haben beide betont, dass es nicht ausreichend ist, entweder nur im stationären Store oder nur im Internet präsent zu sein. Vielmehr gilt es, auf allen Kanälen präsent zu sein und den Kunden in die Filiale zu locken. Der Kunde im Laden ist der wertvollste Kunde, da im Laden zusätzliche Produkte durch Beratung verkauft werden können. Was zählt, ist die emotionale Bindung zum Kunden.


Ole Hansen, Principal Business Consultant bei SYNGENIO  


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