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Der Syngenius

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Der Syngenius, Ausgabe 31

Datenschutz – jede Medaille hat zwei Seiten

„Haben Sie eine Kundenkarte? Jedes Mal werde ich das wieder beim Drogeriemarkt an der Kasse gefragt“, sagt meine Frau verärgert. – „Na, dann besorg’ dir halt mal endlich eine, dann hast du deine Ruhe!“, witzle ich. „Ja, so weit kommt es noch“, entrüstet sich meine Frau. „Es geht niemanden etwas an, welche Duschcreme und welches Fensterputzmittel ich benutze, und dass ich glutenfreie Nudeln und Dinkel-Müsli kaufe. Meine Daten gehören mir!“

„So, so“, murmele ich vor mich hin. „Was soll das heißen?“ fragt meine Frau erstaunt. „Hab ich denn nicht recht?“ – „Ja, was deinen Drogeriemarkt anbelangt, schon“, antworte ich. „Aber was ist mit deinen ganzen Online-Shoppingtouren: Bücher? Kaffee? Schokolade? Klamotten? Du glaubst doch nicht etwa, dass diese Einkäufe im Internet ‚spurlos’ bleiben? Ja, im Gegenteil. Neulich hast du dich ja sogar gefreut, als dir eine neue magenfreundliche Kaffeesorte proaktiv angeboten wurde. Das heißt: Dein Kaffeeanbieter hat natürlich die Daten deiner vorherigen Einkäufe gesammelt und weiß somit, dass du an säurearmem Kaffee interessiert bist!“

Meine Frau guckt nachdenklich drein und sagt dann vorwurfsvoll: „Und du baust auch noch an solchen Web-Lösungen mit!“ – „Ja freilich“, bestätige ich. „Aber genau deshalb ist mir der Konflikt zwischen Features, die der Kunde ja toll findet und deshalb auch will, und Datenschutz durchaus bewusst. Wichtig ist lediglich, dass sowohl Anbieter wie Kunden sensibel damit umgehen. Auch diese Medaille hat eben zwei Seiten.“

„Das heißt, ich kann mir ruhig 'ne Kundenkarte anschaffen?“ – „Na ja, das ist datenschutztechnisch auf jeden Fall nicht viel gefährlicher, als im Internet einzukaufen. Aber kauf deine glutenfreien Nudeln und dein Dinkel-Müsli bitte undercover, nicht, dass wir hier mit bio-dynamischen Angeboten überschwemmt werden.“

Dies befürchtet freundlich grüßend

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