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Der Syngenius

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Der Syngenius, Ausgabe 2

Die Kundendatenbank des Osterhasen

Bald ist Ostern. Ich habe mich schon als Kind immer gefragt: Wie schafft es der Osterhase bloß, dass auch jedes Kind sein Osternest bekommt? Heute ist mir das vollkommen klar: Der Osterhase muss mit einer bestens gepflegten Kundendatenbank arbeiten! So, und wie viele Kunden hat nun der Osterhase?

Die Antwort ist schwierig, weil ich nicht weiß, wie oder was der Hase zählt: Sind es alle Kinder, die an den Osterhasen glauben? Und was ist mit Geschwistern? Laufen die alle als einzelne Osterhasenkunden? Oder gibt es nur die Familienadresse?

Sie lachen vielleicht. Aber das ist ein ernsthaftes Problem! Schließlich macht es einen großen Unterschied, ob der arme Hase in Deutschland rund neun Millionen Familien mit minderjährigen Kindern beschenken muss oder aber über zwölf Millionen Kinder - sie dürfen nicht glauben, dass es bei der Osternestproduktion auf drei Millionen mehr oder weniger nicht ankommen würde!

Abgesehen davon fragt man sich, ob es überhaupt sinnvoll ist, dass jedes Kind ein eigenes Nest erhält. Oder wäre es aus pädagogischen Gründen (teilen lernen, Aufbau sozialer Kompetenz) und auch aus logistischen sowie Effizienzgesichtspunkten nicht besser, wenn Meister Lampe nur jeweils ein Nest pro Familie liefern würde?

"Pfui!" werden Sie jetzt vielleicht sagen, "wie kann man bei diesem Thema an Effizienzsteigerung und Kostenminimierung denken? Die armen Kinder!" Gut, gut. Sie haben ja recht! Ich kam nur deswegen drauf, weil ich neulich wieder feststellen musste, wie schwer es ist, die Zahl der Kunden einer Bank zu definieren - denn je nachdem, wie oder was man zählt, kommt es zu ganz verschiedenen Ergebnissen: Sind es die Konten oder die Kontenbesitzer - und was ist mit Ehepaaren und vor allem mit den Eheleuten, bei denen die Frau so renitent war und ihren Namen behalten hat?

Hier darf schon mal überlegt werden, ob jemand ein Mailing dreimal bekommt, weil Kontozahl gleich Kundenzahl, oder ein Ehepaar doppelt angeschrieben wird. Denn so sehr wir uns über eine Doppel- oder Dreifachlieferung des Osterhasen freuen würden - dreimal derselbe Brief muss nicht sein, ganz zu schweigen vom unnötigen Mehraufwand der Bank.

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

Der Syngenius


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