Syngenio

Der Syngenius, Ausgabe 48

Linie

Nicht nur bei Krawatten: Manchmal hilft nur ein scharfer Schnitt!

Bei unserem Spaziergang gestern erzähle ich meiner Frau, dass ich am kommenden Donnerstag die Kollegen in Bonn bei einem Kundentermin unterstütze. „Und, schon alles vorbereitet?“, fragt mich meine bessere Hälfte. „Ja, die Präsentation zum Thema Umgang mit Altanwendungen steht soweit, wir brauchen nur noch einen guten Einstieg.“

Doch meine Frau denkt bei Vorbereitung offenbar an etwas anderes, denn sie sagt: „Ach, da kannst du ja gleich mal deinen neuen Anzug spazieren führen.“ – „Stimmt, und dazu das Hemd und die Edelkrawatte, die ich von meiner Mutter zu Weihnachten bekommen habe.“ – „Hemd ja, Krawatte nein“, erwidert meine Süße lapidar – und ergänzt: „Nimm lieber die von Tante Irmgard.“ – „Wie? Dieses knallbunte Kindergeburtstagslätzchen? Das ist nicht dein Ernst?!“ – „Doch.“ – „Aber wolltest du dieses fürchterliche Teil nicht ‚aus Versehen’ in die Kochwäsche tun?“ – „Wenn du die Krawatte am Donnerstag in Bonn trägst, kommt das in etwa aufs Gleiche raus“, antwortet meine Frau in sich hineingrinsend. Und als ich sie irritiert ansehe, fährt sie fort: „Mensch, Bonn ist doch, worauf die Bonner auch mächtig stolz sind, die Wiege der Weiberfastnacht! Da ist deine scheußliche Krawatte ruckzuck ab!“

Meine Frau! Ist sie nicht einfach genial?! Denn mit ihrem intelligenten Krawattenentsorgungsvorschlag hat sie nicht nur meine schöne neue Edelkrawatte gerettet, sondern mir auch gleich die Idee für das Intro unserer Präsentation am Donnerstag geliefert: Auf meine Krawatte deutend werde ich Bezug auf den Bonner Weiberfastnachtsursprung nehmen (und damit gleich mal ordentlich punkten). Dann werde ich sagen: „Manchmal hilft nur ein scharfer Schnitt!“ und daraufhin elegant den Bogen zu den Altanwendungen schlagen.

In diesem Sinne: Überlegen Sie sich gut, was Sie mit Ihren Altanwendungen machen – und vor allem, welche Krawatte Sie am Donnerstag tragen!

Bonn Alaaf

Der Syngenius