Syngenio

Der Syngenius, Ausgabe 24

Linie

Ganz Ohr für den wichtigsten Kunden

„Na, was sind denn deine Vorsätze fürs neue Jahr?“, fragt mich mein Kollege am ersten Arbeitstag nach den Weihnachtsferien. „Hm, ich rauche nicht, ich trinke nicht, ich habe kein Übergewicht“, antworte ich selbstgerecht, „vielleicht sollte ich mir einfach künftig ein bisschen mehr Ruhe gönnen.“ – „Suuuuper Idee, das wird deine Kunden bestimmt freuen“, kontert mein Kollege. „Wieso? Für meinen wichtigsten Kunden habe ich immer Zeit.“ – „Aha. Und wer ist, bitteschön, dein wichtigster Kunde?“, bohrt mein Kollege nach. „Immer der, mit dem ich gerade spreche“, antworte ich, beide Augenbrauen hochziehend.

„Und konkret heißt das was?“, fragt mein Kollege ungeduldig. „Das heißt …“, hole ich aus, indem ich mich in meinem Bürostuhl genüsslich zurücklehne, „… dass ich mich jeweils auf das Gespräch konzentriere, das ich gerade führe. Und wenn währenddessen ein anderes Gespräch reinkommt oder das Handy bimmelt, dann werde ich das Telefonat in keinem Fall unterbrechen. Ich kann eben nicht für jeden jederzeit sofort erreichbar sein. Aber meine Kunden wissen: Wenn ich auch für sie nicht immer sofort zu sprechen bin, so melde ich mich umgehend und bin dann – ohne Unterbrechung – ganz Ohr für sie. Also, wie gesagt: Der, mit dem ich gerade spreche, ist für mich der wichtigste Mensch.“

„In dem Fall bin das also ICH“, schlussfolgert mein Kollege fröhlich. Da klingelt mein Telefon. „Ja, in diesem Fall WARST das du“, antworte ich grinsend und nehme das erste Kundengespräch im neuen Jahr entgegen.

In diesem Sinne: auf ein gutes Neues!

Der Syngenius