Syngenio

Der Syngenius, Ausgabe 16

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Schwarze Zahlen mit grüner IT

Neulich fragt mich einer meiner Kunden: „Na, gibt’s bei Euch inzwischen auch schon Grünzeug fressende Server?“ Ich seufze tief und antworte: „Jenseits des ganzen Marketing-Getöses ist Green IT eine wirklich gute Sache, das können Sie mir glauben.“ „Ach, Sie meinen, es geht wirklich um den Klimaschutz?

Ich denke, dass vor allem die IT-Unternehmen damit kräftig verdienen wollen. Mir fällt jedenfalls Green IT inzwischen gehörig auf die Nerven. Über Nacht scheint plötzlich die gesamte IT-Branche zu Ökoaposteln mutiert zu sein. Fehlt bloß noch, dass ihr Berater auf dem Drahtesel zum Meeting kommt.“

Da haben wir den Salat. Die Kunden sind genervt, und das zu Recht: Denn mit Green IT wird rumposaunt, was das Zeug hält beziehungsweise die Werbetexter hergeben. Und dabei ist das Ganze, nüchtern betrachtet, mehr als positiv zu bewerten, allein, weil sich die IT-Branche damit endlich als erwachsen zeigt und nachhaltiges Denken und Handeln übt. Die Hauptsache ist jedoch, dass grüne IT und schwarze Zahlen tatsächlich zusammengehen.

Mit Green IT lassen sich also wirklich Klima und Geldbeutel schonen. Doch alle diese Pluspunkte geraten ins Hintertreffen, weil sie mit dem üblichen Trara kommuniziert werden. Dabei könnte man doch mal ganz einfach und ganz seriös den Unternehmen vorrechnen, wie viel Strom und Geld sich allein mit einer besseren Auslastung der IT-Infrastruktur sparen ließe.

Das mache ich dann schließlich auch, und mein Kunde gibt sich beeindruckt, und das, obwohl ich nicht mit dem Fahrrad angereist bin. Allerdings: Ich finde, wir sollten durchaus über solch grüne Dienstfahrzeuge nachdenken – mit Helm, versteht sich.

Dies meint freundlich grüßend

Der Syngenius