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Schwarze Zahlen mit grüner IT
Neulich fragt mich einer meiner Kunden: „Na, gibt’s bei Euch
inzwischen auch schon Grünzeug fressende Server?“ Ich seufze
tief und antworte: „Jenseits des ganzen Marketing-Getöses ist
Green IT eine wirklich gute Sache, das können Sie mir glauben.“
„Ach, Sie meinen, es geht wirklich um den Klimaschutz?
Ich denke, dass vor allem die IT-Unternehmen damit kräftig
verdienen wollen. Mir fällt jedenfalls Green IT inzwischen
gehörig auf die Nerven. Über Nacht scheint plötzlich die gesamte
IT-Branche zu Ökoaposteln mutiert zu sein. Fehlt bloß noch, dass
ihr Berater auf dem Drahtesel zum Meeting kommt.“
Da haben wir den Salat. Die Kunden sind genervt, und das zu
Recht: Denn mit Green IT wird rumposaunt, was das Zeug hält
beziehungsweise die Werbetexter hergeben. Und dabei ist das
Ganze, nüchtern betrachtet, mehr als positiv zu bewerten,
allein, weil sich die IT-Branche damit endlich als erwachsen
zeigt und nachhaltiges Denken und Handeln übt. Die Hauptsache
ist jedoch, dass grüne IT und schwarze Zahlen tatsächlich
zusammengehen.
Mit Green IT lassen sich also wirklich Klima und Geldbeutel
schonen. Doch alle diese Pluspunkte geraten ins Hintertreffen,
weil sie mit dem üblichen Trara kommuniziert werden. Dabei
könnte man doch mal ganz einfach und ganz seriös den Unternehmen
vorrechnen, wie viel Strom und Geld sich allein mit einer
besseren Auslastung der IT-Infrastruktur sparen ließe.
Das mache ich dann schließlich auch, und mein Kunde gibt sich
beeindruckt, und das, obwohl ich nicht mit dem Fahrrad angereist
bin. Allerdings: Ich finde, wir sollten durchaus über solch
grüne Dienstfahrzeuge nachdenken – mit Helm, versteht sich.
Dies meint freundlich grüßend
Der Syngenius
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